EMS zuhause anwenden: Ablauf, Dauer, Häufigkeit

Ablauf einer Anwendung in vier Schritten

Der größte Vorteil einer EMS-Leggings ist nicht die Technik. Es ist, dass kein Termin dazwischensteht. Damit das auch praktisch funktioniert, hier der Ablauf ohne Umwege.

Der Ablauf in vier Schritten

1. Anziehen. Die Leggings sitzt eng, und das ist kein Konstruktionsfehler. Die Elektrodenpads müssen Kontakt zur Haut haben, sonst kommt kein Impuls an. Zieh sie an wie eine Sporthose und achte darauf, dass die Pads flach anliegen und nicht verrutscht sind.

2. Modus wählen. Über die Bedieneinheit am Bund. Am Anfang ist es egal, welchen du nimmst. Nimm einen und bleib bei ihm, bis du ein Gefühl dafür hast. Wer in der ersten Woche jeden Tag ein anderes Programm probiert, merkt am Ende nicht, was woran lag.

3. Intensität hochtasten. Starte auf Stufe 1. Wirklich auf Stufe 1, auch wenn das übervorsichtig wirkt. Dreh dann in Einzelschritten hoch, bis du die Anspannung deutlich spürst. Da bleibst du. Nicht eine Stufe weiter, weil mehr ja mehr wäre.

4. Laufen lassen. Empfohlen sind 10 Minuten pro Anwendung. In der Zeit kannst du sitzen, stehen, im Haushalt herumlaufen oder auf dem Sofa sitzen. Du musst dich nicht hinlegen und nichts weiter tun.

Wie oft ist sinnvoll

Es gibt keinen Grund, täglich anzuwenden. Ein Muskel, der gearbeitet hat, braucht Zeit, und die bekommt er, wenn dazwischen ein Tag liegt.

Praktikabel ist: an drei bis vier Tagen pro Woche, jeweils 10 Minuten. Das sind 40 Minuten in der Woche. Wer daraus 20 Minuten am Stück machen will, gewinnt damit nichts, was die kürzere Einheit nicht auch bringt.

Wichtiger als die Häufigkeit ist die Regelmäßigkeit. Drei Anwendungen pro Woche über zwei Monate sind etwas völlig anderes als zwölf Anwendungen in der ersten Woche und dann nichts mehr. Das ist keine EMS-Besonderheit, das gilt für jede Form von Bewegung.

Wann im Tagesablauf

Es gibt keine beste Uhrzeit. Die Frage, die stattdessen zählt: Wann fällt es dir am wenigsten schwer, daran zu denken?

Häufige Antworten: in der Mittagspause im Homeoffice, abends beim Serienschauen, morgens beim Kaffee. Der gemeinsame Nenner ist, dass es an etwas hängt, das ohnehin jeden Tag passiert. Vorsätze ohne festen Anker halten selten länger als zwei Wochen.

Die vier Fehler, die am Anfang passieren

Zu hohe Stufe im ersten Versuch. Der häufigste. Es fühlt sich unangenehm an, und danach liegt die Leggings im Schrank. Stufe 1 ist kein Zeichen von Zaghaftigkeit, sondern der vorgesehene Startpunkt.

Trockene Haut. Sehr trockene Haut leitet schlechter. Wenn der Impuls schwach oder punktuell stechend ankommt, hilft es oft schon, die Stelle vorher leicht anzufeuchten. Kontaktgel braucht es bei eingearbeiteten Pads nicht.

Über der Unterwäsche tragen. Stoff zwischen Pad und Haut unterbricht den Kontakt. Die Leggings wird direkt auf der Haut getragen.

Erwartung nach drei Tagen. Wer nach drei Anwendungen in den Spiegel schaut und nichts sieht, hat nichts falsch gemacht. Der Zeitraum ist einfach zu kurz, um irgendetwas zu beurteilen.

Beim Sport oder nicht

Die Leggings ist als Sporthose geschnitten, du kannst sie also beim Training tragen. Ob du die Impulse dabei anschaltest, ist deine Entscheidung. Beides gleichzeitig ist ungewohnt, weil sich willkürliche und ausgelöste Anspannung überlagern. Wenn du es probierst, dann auf einer niedrigeren Stufe als sonst.

Was du nicht machen musst

Kein Aufwärmen, kein Dehnen davor, keine bestimmte Körperhaltung, keine Ernährungsregel drumherum. Alles, was dir dazu im Netz begegnet, gehört zu einem Trainingsplan, nicht zu diesem Gerät.

Kurz zusammengefasst

  • Anziehen, Modus wählen, von Stufe 1 hochtasten, 10 Minuten laufen lassen
  • Drei bis vier Mal pro Woche, mit Pausentagen
  • An eine bestehende Gewohnheit hängen, nicht an einen Vorsatz
  • Direkt auf der Haut tragen
  • Regelmäßigkeit schlägt Intensität

Bevor du anfängst, lies bitte einmal Wann EMS nicht geeignet ist. Es sind wenige Punkte, aber sie sind wichtig.